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Es blaut so grün – die Tafelkulturgesellschaft zu Besuch bei blün

Diese Ecke von Wien-Donaustadt knapp an der Grenze zu NÖ ist den meisten Wienern kaum bekannt. Ein Ausflug an diese Peripherie lohnt sich trotzdem, schon alleine wegen des Aquaponik-Betriebs blün. Der Name ist zusammensetzt aus blau und grün und symbolisiert Pflanzen und Wasser, Gemüse und Fische. Blün betriebt hier inmitten der Wiener Gemüsefelder nicht nur Grünhäuser mit delikaten Tomaten- Gurken und anderen Gemüsesorten, sondern züchtet auch Welse. (Alle, die nicht am Ostrand Wiens wohnen, könnten den blün über ihren Stand in der neuen Nachmarkthalle „Marktraum“ oder aus dem Gemüseregal von Billa Plus kennen).

Was aber ist Aquaponik? Co-Besitzer Stefan Bauer nahm sich persönlich für uns Zeit und erklärte das Prinzip der nachhaltigen Technologie: Er vereint Fischzucht und Gemüseanbau in einem geschlossenen Kreislauf, bei dem kein Tropfen verloren geht und der ohne Agrarabwässer und Düngemittel auskommt. Die Energie kommt zum Teil von der eigenen PV-Anlage, die ihre Überproduktion ins Wiener Netz einspeist. 

Die Besucher bekamen einen Einblick ins gut geheizte Glashaus, snackten frisch gepflückte grüne Tomatrn, lernten über die Wichtigkeit von Hummeln zur Bestäubung, und erfuhren von Gemüse, das 11 Monaten im Jahr geerntet wird. Bauer erklärte, wie seine Mitarbeiter die Pflanzen schneiden, um optimal zu wachsen und wie die abgeernteten Blätter und Äste mithelfen, Schädlinge zu minimieren. Dann besuchte man die Welse, die in dunklen, ruhigen Becken (geschützt vor Reihern und Fischottern) vor sich hin schwimmen und beim Füttern lebhaft an die Pooloberfläche kommen – Fischstreicheln war aber streng verboten.

Dabei ist nicht alles so grün, wie es scheint: Der Gärtner aus Berufung erzählte auch vom Kampf der Lebensmittelproduzenten gegen die Bürokratie, gegen Billiglohnbetriebe aus dem Ausland, von Agrarbetrieben, die aufgeben,  und von der Schwierigkeit, in Zeiten von Homeoffice gutes Personal zu finden.

Am Schluss konnten die Gäste nicht nur Spezialitäten des Hauses – geräucherten Wels, Fischleberkäse, blün-Ketchup und diverse Cocktailtomaten verkosten, sondern auch im gut sortierten Bauernladen einkaufen, wo Lebensmittel befreundeter Produzenten die Regale füllen – Eier und Süßes, Milchprodukte und Senf, Honig, Wein und mehr.

Wir danken herzlich für dem Text von unserem Mitglied

Rhea Krcmárová, B.A.
Autorin. Transmediale Textkünstlerin.

mobil: +43 6991 2544993
rhea@izone.at

tomaten_blün
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Österreichische Gesellschaft für Koch- und Tafelkultur
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